Der Tiger
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| engl.: |
Tiger |
| wiss.: |
Panthera tigris |
| Ordnung: |
Canivora |
| Familie: |
Felidae |
| Gattung: |
Panthera |
| Art: |
Tiger |
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Unterarten
Es gibt sieben (plus eine) Unterarten des Tigers:
- Panthera tigris altaica
- Panthera tigris balica *
- Panthera tigris corbetti
- Panthera tigris sondaica *
- Panthera tigris amoyensis
- Panthera tigris tigris
- Panthera tigris virgata *
- (Panthera tigris sumatrae)
(* = bereits ausgestorbene Art)
Obwohl der Sumatra-Tiger (Panthera sumatrae) wie ein Tiger aussieht, wird er
häufig als eigene Spezies geführt und besitzt keine Unterart. Diese kürzliche
taxonomische Neueinstufung ist jedoch nicht unumstritten, wird der Sumatra-Tiger
auch gegenwärtig noch als Unterart des Tigers (Panthera tigris sumatrae) geführt.
Welcher Einstufung tatsächlich den Vorzug zu geben ist, ist selbst in den
Fachkreisen umstritten.
Erscheinungsbild
Tiger sind die größten und auch schwersten Raubkatzen. So werden sie 2.4m bis 3m
lang und erreichen ein Schultermaß von 1m bis 1.2m. Dabei erreicht die Länge des Schwanzes
etwa die Länge des Schultermaßes des Individuums. Tigerkater erreichen je nach
Subspezies eine Masse von 170kg bis 300kg. Die Weibchen sind kleiner und erheblich
leichter. So erreichen Tigerweibchen je nach Subspezies eine Masse von 120kg bis
190kg. Der schwerste Tiger, der je registriert wurde, war ein Sibirischer Tiger und
erreichte ein Gewicht von 384kg(!).
Die Grundfarbe der Tiger reicht von gelb-Orange bis zu dunkel-Orange. Die
Färbung der Tigerstreifen reicht von Braun bis hin zu Schwarz,
die an den Flanken vertikal abfallen. Die Farbnuancierung hängt dabei nur vom
Lebensraum der jeweiligen Großkatze ab und kann nicht als
Unterscheidungsmerkmal f�r Unterarten herangezogen werden. Auf der Bauchseite
besitzt das Tigerfell eine weiße Fellfarbe.
Aber es gibt auch Abweichungen von der Norm, denn auch weiße Tiger mit
oder ohne Streifen kommen durchaus vor. Diese abnormale Fellfärbung ist auf ein
rezessiv vererbtes Gen zurückzuführen, die in dieser Form
nur bei Bengaltigern vorkommt. Jedoch ist diese Eigenschaft, die als Leukismus
bekannt ist, nicht mit Albinismus, der auf einen Gendefekt zurückzuführen
ist, zu verwechseln. Albinos fehlt die Fähigkeit, Pigmente herauszubilden, was
an der Rotfärbung der Iris zu erkennen ist. Ferner gibt es Tiger mit einer
gold-gelben Fellfärbung und hellbraunen Streifen. Man nennt sie dann "Golden
Tigers". Allerdings sind sie sehr selten.
Es gibt Menschen, die behaupten, sie hätten schwarze Tiger gesehen. Diese Aussage
konnte bis jetzt nicht wissenschaftlich verifiziert werden.
Das Tigerfell ist kurz und dicht, wobei das Bauchfell etwas länger ist als das an
Flanken, Rücken und Läufen. Nur um den Kopf herum erstreckt sich ein
mähnenähnliches Band längerer Haare.
Aufgrund der Kälte besitzen Sibirische Tiger allerdings am ganzen Körper ein recht
langes Fell.
Lebensraum
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Das Verbreitungsgebiet, so kann man lapidar sagen, erstreckt sich über ganz Asien.
In der Tat ist es nicht so einfach dem Tiger einen bestimmten Lebensraum zuzuordnen,
da er zum einen in tropischen Gebieten (indische Dschungelgebiete) beheimatet ist, zum
anderen selbst im Himalaja in 3000m Höhe Spuren des Tigers gesichtet wurden. Das
große Ausbreitungsgebiet ist leider kein Indiz für ein reichhaltiges Vorkommen
dieser wunderschönen Katze - das Gegenteil ist der Fall. Der Tiger gehört zu den
vom Aussterben bedrohten Spezies.
Auf der rechts abgebildeten Karte ist der Lebensraum des Tigers mit
ocker-gelben Flächen gekennzeichnet.
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Nahrung und Jagdverhalten
Hauptsächlich ernähren Tiger sich von Hasen, Wildschweinen, kleinen Elephanten und
Elchen. Der Mensch gehört (obwohl aufgrund seiner Größe und Wehrlosigkeit eine
ideale Beute) nicht zum Beuteschema des Tigers. Und doch kommt es vor, dass Tiger zu
Menschenfressern mutieren können. Dies geschieht beispielsweise, wenn das Tier so
stark verletzt wird, dass die ursprünglich bejagten Spezies entweder zu schnell oder
zu wehrhaft geworden sind. Erbeutet der Tiger in seiner Not dann einen Menschen,
lernt er, auch diese leicht zu erbeutende Spezies zu bejagen.
Je nach Verfügbarkeit von Beutetieren besitzen Tiger ein Territorium, welches je
nach Lebensraum und Tigerunterart eine Flächenausdehnung von 20km² bis zu
300km² erreichen kann. Hat der Tiger ein Opfer gefunden, schleicht er sich bis
auf ca. 25m an das Tier heran, um es dann aus dem Hinterhalt zu erhaschen oder es
in ein Wasserloch zu treiben. Dort wartet er dann, bis das Tier ertrunken ist und zieht
es dann heraus. Die letztere Jagdstrategie kommt sehr häufig zum Einsatz, da sie
den Vorteil hat, dass sie nicht so anstrengend ist, und Tiger schwimmen eh gerne.
Sollte das Beutetier noch leben, setzt der Jäger einen Kehlbiß an, um entweder dem
Tier mit seinen 6cm langen Eckzähnen die Halswirbelsäule zu durchtrennen oder ihm
die Luft abzuschnüren.
Während einer Mahlzeit können Tiger 35kg bis 40kg Fleisch zu sich nehmen.
Lebensweise
Tiger sind ausgesprochene Einzelgänger, sie sind sehr territoriale Tiere und
setzen alles daran, Kontakt mit Artgenossen zu vermeiden. Um dies aber zu erreichen,
markieren Tiger ihr Revier, indem sie auffällige Orte mit Harn bespritzen und
Kratzspuren in Bäumen oder Ähnlichem hinterlassen. Treffen dennoch zwei
Individuen aufeinander, begegnen sich die Kontrahenten mit Drohgebärden. Weicht
dennoch keiner der Beiden zurück, um das Weite zu suchen, kommt es zu seltenen,
aber tödlichen Auseinandersetzungen. Nur während der Paarungszeit zeichnet
sich eine Abweichung von diesem Verhalten ab.
Paarungsverhalten und Jungenaufzucht
Während Tigerweibchen ihre Geschlechtsreife mit drei Jahren erhalten, werden
Tigerkater mit vier Jahren zeugungsfähig. Während sich in Dschungelgebieten lebende
Tiger nicht saisonalbedingt zu bestimmten Zeiten paaren, gibt es in kälteren
Gebieten Zeitbeschränkungen. Die Paarungszeit richtet sich dann nach den
klimatischen Begebenheiten, in denen die Tigerwelpen geworfen und großgezogen werden müssen.
Tigerweibchen sind etwa 110 bis 120 Tage trächtig und gebären dann zwei bis drei
Junge. Sie werden dann etwa zwei Monate von der Mutter gesäugt und anschließend
langsam entwöhnt. Die Jungen bleiben bei ihrer Mutter, bis sie wieder
in den Östrus kommt, d.h. paarungsbereit wird. Dann wird es für die Jungen Zeit
ihre Mutter zu verlassen.
In der Zeit des Östrus, der etwa 4 bis 6 Tage andauert, wird der Tigerkater in der
Nähe des Weibchens geduldet, der an den Urinmarkierungen des Weibchens erkennt, ob
es paarungsbereit ist. Um die Paarungsbereitschaft des Weibchens festzustellen,
öffnet der Kater leicht sein Maul, zieht seine Lefzen hoch und ergründet mittels
des Jakobsonschen Organs am oberen Gaumen den Status Quo. Diese oft als
"Grimassenschneiden" bezeichnete Reaktion auf bestimmte Gerüche wird als Flehmen
bezeichnet. Doch bestimmt das Weibchen allein den Zeitpunkt der Paarung. Kommt es
dann zur Kopulation, paaren sich beide ca. vier mal in der Stunde. Dabei beißt der
Kater der Katze in den Nacken. Das Paar bleibt 4 bis 5 Tage zusammen, bis der Kater
wieder seines eigenen Weges zieht.
Über Pranken und Krallen
Wie alle Katzen ist der Tiger ein Zehengänger. Die Zehen und Ballen sind stark
gepolstert, worin sich ihre Fähigkeit des Schleichens begründet. Die Hinterpranken
haben vier Zehen, da die "große" Zehe verkümmert ist. An allen Zehen hat der Tiger
scharfe, gebogene Hornkrallen, die nur bei Gebrauch ausgefahren in Horntaschen
verbleiben und durch ein elastisches Band im Prankeninneren am Heraustreten
gehindert werden. Durch Anspannen entsprechender Muskeln können die Krallen, die bis
zu 10cm lang werden können, dann heraustreten. Daher sollte man nicht von
einziehbaren Krallen sprechen, sondern eher von ausfahrbaren.
Sinnesorgane
Wie bei den meisten Raubtieren sind die Sinnesorgane sehr hoch entwickelt und fein
ausgeprägt. Die Ohren sind sehr beweglich, wodurch sie sich zum Richtungshören sehr
eignen. Zudem dient die Beweglichkeit für mimische Ausdrucksbewegungen.
Die Augen sind nach vorn gerichtet, wodurch sich eine starke Überschneidung der
Gesichtsfelder ergibt. Dadurch ist die dreidimensionale Wahrnehmung sehr stark
ausgeprägt, was eine genaue Entfernungsabschätzung ermöglicht - eine sehr nützliche
Fähigkeit für Beutegreifer. Das Sehvermögen des Tigers entspricht bei Tage dem des
Menschen, doch bei Nacht übersteigt die visuelle Wahrnehmungsfähigkeit des Tigers
die des Menschen um den Faktor 5 bis 6. Die Verbesserung der Nachtsehfähigkeit wird
durch eine lichtreflektierende Schicht auf der Netzhaut des Katzenauges erreicht.
Dadurch werden die Sehzellen auf der Netzhaut von einem Lichtimpuls zweimal
angeregt, wodurch eine Art Signalverstärkung eintritt. Pupillen von Tigeraugen
beginnen gelb-grün zu leuchten, wenn sie angestrahlt werden.
Der Geruchsinn ist einer der am höchsten entwickelten Sinne. Er ist beim Tiger so
gut ausgebildet, dass sich ein Tiger alleine mit diesem Sinn vollständig orientieren
kann.
Die recht langen Schnurrhaare unter der Nase sind in der Lage, feinste
Berührungsreize wahrzunehmen, wodurch der Tiger z.B. Durchgänge oder Höhleneingänge
ausmessen kann. Die zwei bis drei Tasthaare über den Augen haben die selbe
Funktion.
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