Der Gepard
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| engl.: |
Cheetah |
| wiss.: |
Acinonyx jubatus |
| Ordnung: |
Canivora |
| Familie: |
Felidae |
| Gattung: |
Acinonyx |
| Art: |
Gepard |
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Unterarten
Es gibt fünf Unterarten des Geparden:
- Acinonyx jubatus jubatus
- Acinonyx jubatus fearsoni
- Acinonyx jubatus hecki
- Acinonyx jubatus soemmeringii
- Acinonyx jubatus venaticus
Erscheinungsbild
Geparden werden 1m bis 1.5m lang und erreichen dabei ein Schultermaß von 60cm bis
80cm. Im Gegensatz zu anderen Katzen, bei denen der Schwanz in etwa der Höhe des
Schultermaßes entspricht, ist der Schwanz des Geparden mit 70cm bis 95cm etwas
länger. Mit 45kg bis 55kg ist der Gepard in Relation zu seinen Körperausmaßen sehr
leicht gebaut. Die Weibchen wiegen etwa 30kg bis 40kg und sind ca. 33% kleiner als
die Männchen.
Wie die Großkatzen hat der Gepard ein kurzes, dichtes Fell, welches gold-gelb
gefärbt ist. Als einzige (Groß)-Katze besitzt er "echte" schwarze Flecken, die ihm
die gepardentypische Fellzeichnung verleihen. Ein weiteres, vielleicht das
prägnanteste Erkennungszeichen sind die schwarzen Tränenstreifen, die von den Augen
die Wangen hinunterreichen.
Auch bei den Geparden kommen abnorme Abweichungen in ihrer Fellzeichnung vor. Die
Flecken werden dann um einiges größer, so dass sie teilweise miteinander zu Streifen
verschmelzen. Dann werden sie Königsgeparde genannt, die sich bis auf ihre
Fellzeichnung in nichts von den gewöhnlichen Geparden unterscheiden.
Lebensraum
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Geparden kommen hauptsächlich in Savannengebieten südlich der Sahara und östlich
der Regenwälder Zentralafrikas vor. Aber auch in Asien gibt es Vorkommen dieser
Spezies. So bestehen kleinere Populationen im Iran, in der Türkei und Indien. Doch
glaubt man, die asiatischen Bestände seien teilweise ausgerottet. Die größte
Population mit 2500(!) Exemplaren besteht in Namibia. Die Größe des größten
Vorkommens verdeutlicht den Grad der Bedrohung dieser ultraschnellen Sprinter.
Manche Wissenschaftler vermuten, dass neben dem Menschen und anderen Faktoren der
hohe Grad ihrer Spezialisierung ein Grund ihrer prekeren Lage ist.
Die ockerfarbenen Flächen auf der rechts stehenden Landkarte zeigen die
Gebiete, in denen der in Afrika lebende Gepard anzutreffen ist.
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Nahrung und Jagdverhalten
Geparden erbeuten Thompson-Gazellen, Grant-Gazellen und Impalas. Der Gepard ist ein
perfekter Hetzjäger. Sein gesamter Körperbau ist auf diese Form des Beutefangs
spezialisiert. Zum einen ist er in Relation zu seiner Größe unheimlich leicht. Dies
wird durch eine geringe Bemuskelung und dem Verzicht auf Körperfett erreicht.
Des weiteren hat er riesige Lungen und überdurchschnittlich große Nasenlöcher, um
für eine hinreichende Sauerstoffversorgung zu sorgen.
Der Gepard schleicht sich bis
auf 50m an die Beute heran und beginnt dann mit einem explosionsartigen Spurt die
Jagd. Dabei beschleunigt er in knapp 4 Sekunden von 0 km/h auf 100 km/h und erreicht sehr
schnell seine Höchstgeschwindigkeit von ca. 115 km/h. Diese unglaublichen
Geschwindigkeiten werden dem Geparden durch eine extrem geschmeidige Wirbelsäule
ermöglicht. Dabei sind Schrittweiten von 10m keine Seltenheit. Selbst bei diesen
Geschwindigkeiten ist es ihm aufgrund seines höchst flexiblen Hüftgelenks unter
Zuhilfenahme des langen Schwanzes möglich, blitzschnelle Richtungsänderungen zur
Reaktion auf das Hakenschlagen seiner Beutetiere vorzunehmen. Hat der Gepard seine
Beute erreicht, schlägt er ihr mit seinen Pranken die Hinterläufe weg und bringt
sie zum Sturz. Sofort setzt der Jäger nach und tötet die Beute mit einem Kehlbiß.
Doch wie oben schon angedeutet, hat der hohe Grad der Spezialisierung auch seine
Kerseite:
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Nach einer Jagd ist der Gepard so erschöpft, dass er etwa 30 Minuten nicht in der
Lage ist, Nahrung aufzunehmen.
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Aufgrund seiner geringen Bemuskelung ist er nicht in der Lage, seine Beute vor
anderen Räubern zu verteidigen. Entsprechend oft wird ihm die Beute einfach
weggenommen.
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Der Gepard muß häufig fressen, da ihm die Fettreserven fehlen. Und die Jagd ist
so energieintensiv, dass der Gepard nach vier Fehlversuchen zu verhungern droht.
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Die Höchstgeschwindigkeit kann er nur wenige hundert Meter aufrecht erhalten, da
seine Körpertemperatur bei dieser Belastung auf 41°C ansteigt. Dies ist ein
weiterer gefährlicher Umstand für den Geparden, da er leicht einem Hitzschlag
erliegen kann.
All die Vorteile, die dem Geparden eine Erfolgsquote von ca. 70% einbringen und ihm zum
erfolgreichsten Einzeljäger machen, gereichen ihm nach der Jagd zum Nachteil.
Lebensweise
Im Grunde sind Geparden wie die meisten Katzen Einzelgänger. Ihr Revier markieren
sie mit Urinspritzern an markanten Stellen und Kratzspuren an Bäumen. Allerdings
konnte man sie auch in Gruppen von bis zu zehn (meistens aber drei bis vier) Geparden
beobachten, die gar in familienähnlichen Verhältnissen zusammengelebt und
-gejagt haben. So läßt sich das Revier besser gegen Eindringlinge verteidigen und
eine Steigerung der Erfolgsquote der Jagd erzielen.
Paarungsverhalten und Jungenaufzucht
In der Zeit des Östrus, der etwa 6 bis 7 Tage andauert, wird das Gepardenmännchen in der
Nähe des Weibchens geduldet, der an den Urinmarkierungen des Weibchens erkennt, ob
es paarungsbereit ist. Um die Paarungsbereitschaft des Weibchens festzustellen,
öffnet der Kater leicht sein Maul, zieht seine Lefzen hoch und ergründet mittels
des Jakobsonschen Organs am oberen Gaumen den Status Quo. Diese oft als
"Grimassenschneiden" bezeichnete Reaktion auf bestimmte Gerüche wird als Flehmen
bezeichnet. Doch bestimmt das Weibchen allein den Zeitpunkt der Paarung. Kommt es
dann zur Kopulation, paaren sich beide ca. vier mal in der Stunde. Dabei
beißt der Kater der Katze in den Nacken. Das Paar bleibt 4 bis 5 Tage
zusammen, bis der Kater wieder seines eigenen Weges zieht.
Ist es zu einer Befruchtung des Weibchens gekommen, stellt sich eine etwa 100 Tage
andauernde Trächtigkeit der Gepardin ein. Schließlich gebärt sie ein bis
drei Junge, die nach drei Monaten des Säugens entwöhnt werden und an fleischliche
Nahrung herangeführt werden. Sobald die Mutter wieder in den Östrus kommt,
also paarungsbereit wird, ist es für die Jungen an der Zeit, ihre Mutter zu
verlassen. Zweieinhalbjährig erlangen sie dann ihre Geschlechtsreife.
Über Pranken und Krallen
Wie alle Katzen ist der Gepard ein Zehengänger. Die Zehen und Ballen sind stark
gepolstert, worin sich ihre Fähigkeit des Schleichens begründet. Die Hinterpranken
haben vier Zehen, da die "große" Zehe verkümmert ist. An allen Zehen hat
der Gepard scharfe, gebogene Hornkrallen, die jedoch nicht wie bei den anderen
Katzenspezies "eingefahren werden können. Gepardenpranken sind im Verhältnis zu
ihrem Körper relativ groß. In Verbindung mit den Krallen und den rauen
Prankensohlen verleihen sie dem schnellsten Landraubtier der Erde optimalen Grip
(den er bei Geschwindigkeiten von bis zu 120 km/h nötig braucht).
Nun, wenn ich schreibe, der Gepard könne seine Krallen nicht einziehen, so ist das
nur bedingt richtig. Auch seine Krallen gleiten bei Nichtgebrauch in Horntaschen
zurück; doch sind diese Taschen so weit zurückgebildet, dass die Krallen nicht
verschwinden. Und aus dieser Eigenart heraus hat der Gepard auch seine eigene
Subfamilia Acinonychiae bekommen. Darüber hinaus wird er aufgrund des Fehlens einer
Verknöcherung des Zungenbeins, die einer Panthera die Fähigkeit des Brüllens
verleiht, nicht zu den Panthera gezählt.
Sinnesorgane
Wie bei den meisten Raubtieren sind die Sinnesorgane sehr hoch entwickelt und fein
ausgeprägt. Die Ohren sind sehr beweglich, wodurch sie sich zum Richtungshören sehr
eignen. Zudem dient die Beweglichkeit für mimische Ausdrucksbewegungen.
Die Augen sind nach vorn gerichtet, wodurch sich eine starke Überschneidung der
Gesichtsfelder ergibt. Dadurch ist die dreidimensionale Wahrnehmung sehr stark
ausgeprägt, was eine genaue Entfernungsabschätzung ermöglicht - eine sehr nützliche
Fähigkeit für Beutegreifer. Das Sehvermögen des Geparden entspricht bei Tage dem des
Menschen, doch bei Nacht übersteigt die visuelle Wahrnehmungsfähigkeit des Geparden
die des Menschen um den Faktor 5 bis 6. Die Verbesserung der Nachtsehfähigkeit wird
durch eine lichtreflektierende Schicht auf der Netzhaut des Katzenauges erreicht.
Dadurch werden die Sehzellen auf der Netzhaut von einem Lichtimpuls zweimal
angeregt, wodurch eine Art Signalverstärkung eintritt. Pupillen von Gepardenaugen
beginnen gelb-grün zu leuchten, wenn sie angestrahlt werden.
Der Geruchssinn ist einer der am Höchsten entwickelten Sinne. Er ist beim Gepard so
gut ausgebildet, dass sich ein Gepard alleine mit diesem Sinn vollständig orientieren
kann.
Die recht langen Schnurrhaare unter der Nase sind in der Lage, feinste
Berührungsreize wahrzunehmen, wodurch der Gepard z.B. Durchgänge oder Höhleneingänge
ausmessen kann. Die zwei bis drei Tasthaare über den Augen haben die selbe
Funktion.
Bei den Geparden hat dieser Sinn eine viel geringere Bedeutung als bei anderen
Katzen, da sie tagaktiv sind.
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