Der Leopard
|
| engl.: |
Leopard |
| wiss.: |
Panthera pardus |
| Ordnung: |
Canivora |
| Familie: |
Felidae |
| Gattung: |
Panthera |
| Art: |
Leopard |
|
Unterarten
Es gibt 31 Unterarten des Leoparden:
- Panthera pardus pardus
- Panthera pardus adusta
- Panthera pardus leopardus
- Panthera pardus melanotica
- Panthera pardus nanopardus
- Panthera pardus panthera
- Panthera pardus reichenowi
- Panthera pardus ruwenzorli
- Panthera pardus sindica
- Panthera pardus suahelica
- Panthera pardus ciscaucasia
- Panthera pardus orientalis
- Panthera pardus antinorii
- Panthera pardus brockmani
- Panthera pardus adersi
- Panthera pardus chui
|
- Panthera pardus dathei
- Panthera pardus jarvisi
- Panthera pardus nimr
- Panthera pardus saxicolor
- Panthera pardus tulliana
- Panthera pardus delacouri
- Panthera pardus fusca
- Panthera pardus kotiya
- Panthera pardus melas
- Panthera pardus millardi
- Panthera pardus iturensis
- Panthera pardus shortridgei
- Panthera pardus japonensis
- Panthera pardus pernigra
- Panthera pardus puella
|
Erscheinungsbild
Leoparden sind um einiges kleiner als Löwen. So werden sie 1.1m bis 1.5m lang und
erreichen ein Schultermaß von 50cm bis 65cm. Dabei erreicht der Schwanz eine
Länge von etwa 85cm bis 95cm. Leopardenkater erreichen je nach
Subspezies eine Masse von 45kg bis 90kg. Die Weibchen sind kleiner und erheblich
leichter. So erreichen Leopardenweibchen je nach Subspezies eine Masse von 30kg bis
60kg.
Leoparden haben ein kurzes Fell, welches je nach Lebensraum eine Farbgebung von
ockerfarben/hellbraun bis hin zu dunkelbraun annehmen kann. Die unterschiedlichen
Fellfärbungen können jedoch nicht als Unterscheidungsmerkmal der Unterarten
herangezogen werden. Leopardentypisch ist die Fleckenzeichnung ihres Fells, wobei
es sich im eigentlichen Sinne nicht um Flecken sondern um kleine Rosetten handelt,
die im Inneren braun gefärbt sind.
Aber auch bei den Leoparden gibt es Ausnahmeerscheinungen in ihrer Fellfärbung. So
gibt es auch schwarze Leoparden, die so manchem als Panther bekannt sind. Panther
sind melanistische Leoparden, bilden daher keine Subspezies oder gar eine eigene
Art. Aus diesem Grund hat der Panther hier keine eigene Seite bekommen. Von ihrer
abnormalen Fellfärbung abgesehen sind sie ganz normale Leoparden. Das Gen, welches
den Melanismus auslöst, wird dominant-rezessiv vererbt, d.h. damit in einem Wurf
ein Panther enthalten sein kann, müssen beide Eltern das entsprechende Gen
besitzen. Das bedeutet aber auch, dass in einem Wurf verschiedene Fellfarben
vorkommen können. Betrachtet man sich jedoch das Fell des Panthers, so zeichnen sich
doch rudimentär die leopardentypischen Rosetten ab.
Lebensraum
|
Es ist sehr schwer, dem Leoparden einen bestimmten Lebensraum zuzuordnen, denn
zum einen kommt er in tropischen Gebieten vor, was den größten Teil Afrikas
ausmacht, zum anderen hat man ihn schon auf dem Kilimandscharo in 5600m Höhe
ausgemacht. Des weiteren sind Leopardenvorkommen in weiten Teilen Asiens
(Ostsibirien, Korea, Nord-Ost-China) und gar im Orient (Saudi-Arabien bis hin zur
Türkei) verzeichnet worden. Vor etwa 1.5 Millionen Jahren waren Leoparden gar in
ganz Europa verbreitet.
Die ocker-gelb gekennzeichneten Gebiete auf der rechts befindlichen Darstellung des
afrikanischen Kontinents zeigen den Lebensraum des afrikanischen Leoparden.
|
|
Nahrung und Jagdverhalten
Der Leopard erbeutet Gazellen, kleine Zebras, Affen und andere Kleintiere. Dabei
verfolgt er eine Fülle an verschiedenen Jagdstrategien, die zum Erfolg führen.
Er ist ein exzellenter Schleichjäger. Entscheidet er sich für diese
Jagdtechnik, schleicht er sich bis auf 5m bis 6m an seine Beute heran, um sie dann mit einem
gewaltigen Hechtsprung zu erhaschen. Diese Jagdmethode ist sehr kraftsparend und
ist die Hauptmethode dieser Großkatze.
Beliebt ist aber auch die Lauerjagd, bei der sich die gefleckte Katze an einem Ort
versteckt und auf vorbeiziehendes Wild wartet, das sie dann ebenfalls anspringt.
Die Verfolgungsjagd wählt der Leopard nur selten, da sie sehr energieaufwendig
und bei Temperaturen um die 45°C sehr unangenehm ist.
Noch seltener eignet er sich bereits geschlagene Beute fremder Beutegreifer an.
Dies geschieht nur in 5% aller Fälle.
Eine weitere beliebte Jagdmethode ist die Stöberjagd, bei der der Jäger ziellos
umherstreift und auf unverhofft flüchtende Tiere spekuliert.
Hat der Leopard, wie auch immer, seine Beute erhascht, tötet er sie, indem er ihr
seine 6cm langen Eckzähne in den Hals treibt und sie erstickt oder das Rückenmark
durchtrennt.
Da Leoparden ausgezeichnet klettern können, schleppen sie ihre Beute zur Sicherung
auf Bäume. Dabei sind sie in der Lage, Tiere hinauf zu wuchten, die doppelt so
schwer sind wie sie selbst.
Lebensweise
Wie Tiger sind Leoparden ausgesprochene Einzelgänger, die jeglichen Kontakt mit
Artgenossen vermeiden. Um zu verhindern, dass ein anderer Leopard in sein Revier
eindringt, markiert er dessen Grenzen an auffälligen Stellen mit Urin und hinterläßt
an Baumstämmen oder ähnlichem Kratzspuren. Treffen dennoch zwei Leoparden
aufeinander, begegnen sie sich mit Drohgebärden. Wenn keiner der beiden nachgibt
und das Feld verläßt, kommt es zu tätlichen Auseinandersetzungen, die oftmals
tödlich enden. Ausnahmen bildet auch hier nur die Paarung.
Paarungsverhalten und Jungenaufzucht
In der Zeit des Östrus, der etwa 4 bis 5 Tage andauert, wird der Leopardenkater in der
Nähe des Weibchens geduldet, der an den Urinmarkierungen des Weibchens erkennt, ob
es paarungsbereit ist. Um die Paarungsbereitschaft des Weibchens festzustellen,
öffnet der Kater leicht sein Maul, zieht seine Lefzen hoch und ergründet mittels
des Jakobsonschen Organs am oberen Gaumen den Status Quo. Diese oft als
"Grimassenschneiden" bezeichnete Reaktion auf bestimmte Gerüche wird als Flehmen
bezeichnet. Doch bestimmt das Weibchen allein den Zeitpunkt der Paarung. Kommt es
dann zur Kopulation, paaren sich beide ca. vier mal in der Stunde. Dabei beißt der
Kater der Katze in den Nacken. Das Paar bleibt 4 bis 5 Tage zusammen, bis der Kater
wieder seines eigenen Weges zieht.
Ist es zu einer Befruchtung des Weibchens gekommen, stellt sich eine etwa 100 Tage
andauernde Trächtigkeit der Leopardin ein. Schließlich gebärt sie zwei bis drei
Junge, die nach zwei Monaten des Säugens entwöhnt und an fleischliche
Nahrung herangeführt werden. Wenn die Leopardin wieder in den Östrus kommt, wird es
für die Jungen Zeit, ihre Mutter zu verlassen. Nach zwei bis drei Jahren erhalten sie
ihrerseits ihre Geschlechtsreife.
Über Pranken und Krallen
Wie alle Katzen ist der Leopard ein Zehengänger. Die Zehen und Ballen sind stark
gepolstert, worin sich ihre Fähigkeit des Schleichens begründet. Die Hinterpranken
haben vier Zehen, da die "große" Zehe verkümmert ist. An allen Zehen hat der Leopard
scharfe, gebogene Hornkrallen, die nur bei Gebrauch ausgefahren in Horntaschen
verbleiben und durch ein elastisches Band im Prankeninneren am Heraustreten
gehindert werden. Durch Anspannen entsprechender Muskeln können die Krallen
dann heraustreten. Daher sollte man nicht von einziehbaren Krallen sprechen, sondern
eher von ausfahrbaren.
Sinnesorgane
Wie bei den meisten Raubtieren sind die Sinnesorgane sehr hoch entwickelt und fein
ausgeprägt. Die Ohren sind sehr beweglich, wodurch sie sich zum Richtungshören sehr
eignen. Zudem dient die Beweglichkeit für mimische Ausdrucksbewegungen.
Die Augen sind nach vorn gerichtet, wodurch sich eine starke Überschneidung der
Gesichtsfelder ergibt. Dadurch ist die dreidimensionale Wahrnehmung sehr stark
ausgeprägt, was eine genaue Entfernungsabschätzung ermöglicht - eine sehr nützliche
Fähigkeit für Beutegreifer. Das Sehvermögen des Leoparden entspricht bei Tage dem des
Menschen, doch bei Nacht übersteigt die visuelle Wahrnehmungsfähigkeit des Leoparden
die des Menschen um den Faktor 5 bis 6. Die Verbesserung der Nachtsehfähigkeit wird
durch eine lichtreflektierende Schicht auf der Netzhaut des Katzenauges erreicht.
Dadurch werden die Sehzellen auf der Netzhaut von einem Lichtimpuls zweimal
angeregt, wodurch eine Art Signalverstärkung eintritt. Pupillen von Leopardenaugen
beginnen gelb-grün zu leuchten, wenn sie angestrahlt werden.
Der Geruchssinn ist einer der am höchsten entwickelten Sinne. Er ist beim Leoparden so
gut ausgebildet, dass sich ein Leopard alleine mit diesem Sinn vollständig orientieren
kann.
Die recht langen Schnurrhaare unter der Nase sind in der Lage, feinste
Berührungsreize wahrzunehmen, wodurch der Leopard z.B. Durchgänge oder Höhleneingänge
ausmessen kann. Die zwei bis drei Tasthaare über den Augen haben die selbe
Funktion.
|