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Der Jaguar

Jaguar
engl.: Jaguar
wiss.: Panthera onca
Ordnung: Canivora
Familie: Felidae
Gattung: Panthera
Art: Jaguar

Die Bezeichnung Jaguar, wurde dem Panthera Onca von den Ureinwohnern Südamerikas verliehen. Respektvoll nennen sie ihn "Jag War", was in etwa "Der im Fliegen jagt" bedeuten soll. Und sie haben recht, denn der Jaguar ist wirklich einer der bemerkenswertesten Panthera.

Unterarten

Es gibt neun Unterarten des Jaguars:

  • Panthera onca onca
  • Panthera onca arizonensis
  • Panthera onca centralis
  • Panthera onca goldmani
  • Panthera onca hernadesi
  • Panthera onca palustris
  • Panthera onca paraguensis
  • Panthera onca peruviana
  • Panthera onca veraecrusis

Erscheinungsbild

Jaguare sind um einiges größer als Leoparden. So werden sie 1m bis 1.9m lang und erreichen ein Schultermaß von 65cm bis 75cm. Dabei erreicht der Schwanz eine Länge von etwa 45cm bis 75cm. Jaguarkater erreichen je nach Subspezies eine Masse von 55kg bis 100kg. Es wurden aber auch Exemplare gesichtet, die ein Gewicht von 150kg besaßen. Die Weibchen sind kleiner und erheblich leichter. So erreichen Jaguarweibchen je nach Subspezies eine Masse von 45kg bis 95kg.

Jaguare haben ein kurzes, dichtes Fell, welches je nach Lebensraum eine Farbgebung von gelb-gold bis hin zu gold-braun annehmen kann. Die unterschiedlichen Fellfärbungen können jedoch nicht als Unterscheidungsmerkmal der Unterarten herangezogen werden, da sie abhängig vom Lebensraum sind. Jaguartypisch ist die Fleckenzeichnung ihres Fells, wobei es sich im eigentlichen Sinne nicht um Flecken sondern eher um Rosetten handelt. Auf der Körperunterseite und im Gesicht des Jaguars ist das Fell heller.
Wie bei ihren Verwandten in Afrika, den Leoparden, gibt es auch bei den Jaguaren Ausnahmeerscheinungen in ihrer Fellfärbung. So sind auch schwarze Jaguare, die in ihrem Aussehen sehr dem Panther ähneln, relativ häufig zu sehen. Es sind melanistische Jaguare und bilden daher keine Subspezies. Von ihrer abnormalen Fellfärbung abgesehen sind sie ganz normale Jaguare. Das Gen, welches den Melanismus auslöst, wird dominant-rezessiv vererbt, d.h. damit in einem Wurf ein schwarzer Jaguar enthalten sein kann, müssen beide Eltern das entsprechende Gen besitzen. Das bedeutet aber auch, dass in einem Wurf verschiedene Fellfarben vorkommen können. Betrachtet man sich jedoch das Fell des schwarzen Jaguars, so zeichnen sich doch rudimentär die jaguartypischen Rosetten ab.

Lebensraum

Der Jaguar kommt in Mittel- und Südamerika vor. Dort lebt er in den verschiedensten Lebensräumen. Er ist im Amazonas-Regenwald genauso zu Hause wie im Buschland oder den Küstenwäldern. Selten ist er auch in offener Landschaft anzutreffen. Leider werden die Regenwälder Brasiliens immer mehr abgeholzt, sei es um weiteres Ackerland zu gewinnen oder Edelhölzer für den Export zu schlagen. Nicht nur, dass mit dem Rückgang der Regenwälder, die allgemeinhin als "die grünen Lungen der Erde" bezeichnet werden, das Weltklima beeinflußt wird, sondern auch eine der bemerkenswertesten Landschaften der Erde, die neben den Ozeanen die meisten Pflanzen- und Tierarten beheimatet, unwiederbringlich zerstört wird. Mit dem Rückgang der Regenwälder und dem unaufhaltsamen Vordringen des Menschen werden gleichfalls die Bestände des Jaguars zurückgehen.
Der Lebensraum des Jaguars ist auf der rechts stehenden Landkarte gelb markiert.

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Nahrung und Jagdverhalten

Jaguare erbeuten Fische, Schildkröten, Tapire, Wildschweine und Affen. Leider ist über die Jagdgewohnheiten des Jaguars nicht sehr viel bekannt, da er zum einen sehr gut getarnt und im Dickicht des Dschungels nur sehr schwer auszumachen ist, und zum anderen sehr selten geworden ist. Doch hat der Jaguar abgesehen von dem Menschen keine natürlichen Feinde. Aus diesem Grund jagt er so alles, was ihm vor die Nase kommt. Selbst vor Anakondren macht er nicht halt, und ich selbst habe in einer Tierdoku gesehen, wie ein Jaguar einen Kaiman attackierte, ihn unter Wasser drückte und das Tier ersäufte. Menschen, die Jaguare beobachten konnten, meinten, diese Katze kenne keine Furcht und würde kühl seine Chancen abschätzen. Jaguare beobachten ihre Umgebung sehr genau. Dabei merken sie sich, welche Pfade von bevorzugten Beutetieren vornehmlich zu welcher Tageszeit benutzt werden. Oftmals wartet dieser furchtlose Jäger dann bereits auf seine Beute - bemerkenswert, nicht wahr.catzwinkergrins.gif
Außergewöhnlich für Katzen ist seine Vorliebe zu schwimmen und sein Geschick, Fische zu fangen, indem er sie einfach mit seinen Pranken aus dem Wasser schlägt. Diese Jagdmethode ist sehr energiesparend und effizient. Daher steht Fisch sehr häufig auf seinem Speiseplan. Je nach Verfügbarkeit von Beutetieren beträgt die Flächenausdehnung seines Reviers zwischen 20km² und 500km².

Lebensweise

Wie Tiger sind Jaguare ausgesprochene Einzelgänger, die jeglichen Kontakt mit Artgenossen vermeiden. Um zu verhindern, dass ein anderer Jaguar in sein Revier eindringt, markiert er dessen Grenzen an auffälligen Orten mit Urin und hinterläßt an Baumstämmen oder ähnlichem Kratzspuren. Treffen dennoch zwei Jaguare aufeinander, begegnen sie sich mit Drohgebärden. Wenn keiner der beiden nachgibt und das Feld verläßt, kommt es zu tödlichen Auseinandersetzungen. Ausnahmen bildet auch hier nur die Paarung.

Paarungsverhalten und Jungenaufzucht

In der Zeit des Östrus, der etwa 4 bis 5 Tage andauert, wird der Jaguarkater in der Nähe des Weibchens geduldet, der an den Urinmarkierungen des Weibchens erkennt, ob es paarungsbereit ist. Um die Paarungsbereitschaft des Weibchens festzustellen, öffnet der Kater leicht sein Maul, zieht seine Lefzen hoch und ergründet mittels des Jakobsonschen Organs am oberen Gaumen den Status Quo. Diese oft als "Grimassenschneiden" bezeichnete Reaktion auf bestimmte Gerüche wird als Flehmen bezeichnet. Doch bestimmt das Weibchen allein den Zeitpunkt der Paarung. Kommt es dann zur Kopulation, die bisweilen im Wasser stattfinden kann, paaren sich beide ca. viermal in der Stunde. Dabei beißt der Kater der Katze in den Nacken. Das Paar bleibt 4 bis 5 Tage zusammen, bis der Kater wieder seines eigenen Weges zieht.
Ist es zu einer Befruchtung des Weibchens gekommen, stellt sich eine etwa 100 Tage andauernde Trächtigkeit des Jaguarweibchens ein. Schließlich gebärt sie ein bis vier Junge, die nach zwei Monaten des Säugens entwöhnt werden und an fleischliche Nahrung herangeführt werden. Nach zwei Jahren etwa verlassen die Jungen ihre Mutter, die daraufhin sofort wieder in den Östrus kommt.

Über Pranken und Krallen

Wie alle Katzen ist der Jaguar ein Zehengänger. Die Zehen und Ballen sind stark gepolstert, worin sich seine Fähigkeit des Schleichens begründet. Die Hinterpranken haben vier Zehen, da die "große" Zehe verkümmert ist. An allen Zehen hat der Jaguar scharfe, gebogene Hornkrallen, die nur bei Gebrauch ausgefahren in Horntaschen verbleiben und durch ein elastisches Band im Prankeninneren am Heraustreten gehindert werden. Durch Anspannen entsprechender Muskeln können die Krallen dann heraustreten. Daher sollte man nicht von einziehbaren Krallen sprechen, sondern eher von ausfahrbaren.

Sinnesorgane

Wie bei den meisten Raubtieren sind die Sinnesorgane sehr hoch entwickelt und fein ausgeprägt. Die Ohren sind sehr beweglich, wodurch sie sich zum Richtungshören sehr eignen. Zudem dient die Beweglichkeit für mimische Ausdrucksbewegungen.
Die Augen sind nach vorn gerichtet, wodurch sich eine starke Überschneidung der Gesichtsfelder ergibt. Dadurch ist die dreidimensionale Wahrnehmung sehr stark ausgeprägt, was eine genaue Entfernungsabschätzung ermöglicht - eine sehr nützliche Fähigkeit für Beutegreifer. Das Sehvermögen des Jaguars entspricht bei Tage dem des Menschen, doch bei Nacht übersteigt die visuelle Wahrnehmungsfähigkeit des Jaguars die des Menschen um den Faktor 5 bis 6. Die Verbesserung der Nachtsehfähigkeit wird durch eine lichtreflektierende Schicht auf der Netzhaut des Katzenauges erreicht. Dadurch werden die Sehzellen auf der Netzhaut von einem Lichtimpuls zweimal angeregt, wodurch eine Art Signalverstärkung eintritt. Pupillen von Jaguaraugen beginnen gelb-grün zu leuchten, wenn sie angestrahlt werden.
Der Geruchsinn ist einer der am höchsten entwickelten Sinne. Er ist beim Jaguar so gut ausgebildet, dass sich ein Jaguar alleine mit diesem Sinn vollständig orientieren kann.
Die recht langen Schnurrhaare unter der Nase sind in der Lage, feinste Berührungsreize wahrzunehmen, wodurch der Jaguar z.B. Durchgänge oder Höhleneingänge ausmessen kann. Die zwei bis drei Tasthaare über den Augen haben die selbe Funktion.

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