Das Katzenskelett
Die Anatomie der Säugetiere ist wie die der Katzen sehr komplex, und es lässt sich mit Sicherheit
sehr viel darüber schreiben. Ich möchte mich daher nicht mit den Funktionen der einzelnen Organe
(die Haut mitsamt des Fells wird ebenfalls als Organ bezeichnet) auseinandersetzen, deren
Abhandlung eh den Rahmen dieser Seiten sprengen würde. Einer der größten Unterschiede der Katzen
zu uns ist mit Sicherheit ihr äußeres Erscheinungsbild, welches ihnen von ihrem Skelett verliehen
wird. Dann will ich auch gleich mit dem vordersten Teil der Katze beginnen - dem Schädel ...
Der Schädel
Das markanteste Merkmal des Schädels (bei der Abbildung handelt es sich um den Schädel
eines Tigers) ist meiner Meinung nach das überaus beeindruckende Gebiss. Wie das gesamte Skelett
ist der Schädel perfekt an den Beuteerwerb angepasst. Im Vergleich zum Wolf ist der Schädel einer
Katze stark verkürzt. Die Unterkiefer sind stark ausgebildet. Das Ganze versehen mit einer
äusserst kräftigen Kiefermuskulatur verleihen dem Räuber sehr hohe Aufbißkräfte. Die kompakte
Kopfform ermöglicht es der Katze, ihr Maul sehr weit zu öffnen. Versehen mit langen Eckzähnen
ist der gesamte Schädel perfekt auf das Erlegen von Beutetieren ausgelegt. Die Augen finden ihren Platz in großen
gerundeten Höhlen, die die empfindlichen Organe vor etwaigen schädlichen, mechanischen Einwirkungen schützen.
Ein Großkatzengebiss setzt sich aus 3 Arten von Zähnen zusammen:
-
Schneidezähne (Inzisivae):
Sie werden in erster Linie zum Abbeißen von Fleisch am Beutetier
genutzt.
-
Eckzähne (Caninae):
Die Eckzähne werden während der Jagd benutzt, um die Beute festzuhalten.
Nachdem das Opfer zu Fall gebracht wurde, werden die Eckzähne eingesetzt, um den
Kehlbiss anzusetzen, wobei entweder die Beute erdrosselt oder das Rückenmark
zertrennt wird.
-
Reißzähne (Molaren):
Mit den Molaren zerteilt der Räuber Fleisch, Haut und Knochen und zerkleinert sie somit
weiter.
Nach dem Zerkleinern werden die noch recht großen Fleischstücke
heruntergeschlungen, da Katzen die Nahrung nicht kauen.
Katzen verdauen ihre Nahrung sehr schnell, was ihren kurzen Verdauungstrakt erklärt. Das
bedeutet jedoch nicht, dass Katzen schlechte Nahrungsverwerter sind.
Prinzipiell ergibt sich aber folgende Zahnformel für das Gebiss einer Großkatze:
Unterkiefer:
- 3 Schneidezähne
- 1 Eckzahn
- 1 Zwischenraum (Diastema) zwischen Eckzahn und Vorbackenzahn (eine Ausnahme macht
hier der Gepard)
- 2 Vorbackenzähne (Prämolaren)
- 1 Backenzahn (Molar)
Oberkiefer:
Der Oberkiefer ist ähnlich angeordnet wie der Unterkiefer, nur eben mit 3 Prämolaren
und dem Diastema zwischen Schneidezähnen und dem Eckzahn. Die Zwischenräume
ermöglichen dem Raubtier das Schließen des Mauls, denn ohne diese hätten die
langen Eckzähne keinen Platz und folglich könnte das Maul nicht geschlossen werden
(siehe Bild 1).
Der Thorax
Die Wirbelsäule:
Die Wirbelsäule beginnt an der Schädelbasis, an der der Schädel beweglich befestigt ist, und
endet in der Schwanzspitze. Sie besteht aus hohlen Wirbelkörpern, die über glatte, abgerundete
Gelenke miteinander verbunden sind, so dass sie überaus beweglich ist. Dabei bildet sie einen
Wirbelkanal aus, in dem sich das Rückenmark und der Hauptnervenstrang, der direkt zum Stammhirn
führt, befinden. Neben dem Schutz des empfindlichen Rückenmarks verleiht die Wirbelsäule der
Katze die Fähigkeit, hohe Laufgeschwindigkeiten zu erreichen, schnelle Richtungsänderungen zu
vollziehen, oder sich während des Fallens aufzurichten. Wie die Wirbelsäule das Laufen der Katze
unterstützt, ist am besten beim Geparden zu beobachten, der die beweglichste Wirbelsäule unter
den Katzen besitzt und mit bis zu 120km/h das schnellste Landsäugetier der Welt ist.
Der Brustkorb:
Wie jedes Tier, welches ein Endoskelett besitzt, haben auch Katzen einen Brustkorb. Wie die
Wirbelsäule besitzt auch der Brustkorb zwei Aufgaben. Zum einen bietet er inneren Organen wie
Lunge, Herz und Leber Schutz, zum anderen ermöglichen die Rippen erst die Atmung.
Wissenschaftler und Mediziner unterscheiden zwischen äußerer und innerer Atmung (Zellatmung o.
Assimilation). Doch möchte ich hier nicht auf die nähere Funktion der Atmung eingehen, da ich
hierfür zu sehr ins Detail der Anatomie des Thorax eingehen müsste. Wer sich jedoch mehr für den
Prozess des Atmens interessiert, den verweise ich auf entsprechende Fachliteratur der
Humanbiologie und -medizin. Was jedoch noch erwähnenswert ist: Der Brustkorb der Katze ist sehr
schmal gebaut und reicht tief hinab, was der Katze einen tiefen Schwerpunkt verleiht und mit ein Grund ist für ihren
legendären Gleichgewichtsinn. Jedoch besitzen Katzen kein Schlüsselbein.
Läufe und Pranken
Läufe:
Die Vorder- und Hinterbeine sind weitestgehend auf hohe Laufgeschwindigkeiten
ausgerichtet, wobei das von Art zu Art ein wenig variiert. Jedoch besitzen alle Großkatzen
relativ lange Gliedmaßen. Die Beine sind sehr muskulös, wenngleich die
Hinterläufe mehr Muskeln besitzen, da sie die Kraft für die notwendigen Schubbewegungen
aufbringen müssen. Ober- und Unterarmknochen sind durch ein ellbogenähnliches
Gelenk verbunden, während die dem Ober- und Unterschenkel gleichenden Knochen mit
einem Kniegelenk beweglich gehalten werden. In Verbindung mit dem Schultergelenk
helfen die Vorderbeine, Stöße zu dämpfen und abzufangen.
Pranken:
Katzen sind Zehengänger, d.h. digitigrat, wodurch es ihnen möglich
ist, sich auf ihren gepolsterten Sohlen nahezu lautlos fortzubewegen.
(Siehe Bild 4 - 6) Diese Art des Gehens vergrößert die Länge der Extremitäten, was die
Sprintgeschwindigkeit ein weiteres Mal steigert. Katzen haben nach
hinten gerichtete Daumen, die an den Hinterpranken nur noch rudimentär vorhanden sind,
da sie beim Zehengang nicht benötigt werden. Die Daumen an den Vorderpranken
hingegen werden verwendet, um Beutetiere von den Beinen zu holen. jedoch sind die Daumen nicht
beweglich. Wenn sich Katzen fortbewegen, gehen sie meist im Passgang, d.h.
es werden beide Beine der selben Körperseite zur gleichen Zeit bewegt.
Der Schwanz
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So, dann sind wir ja schon am hintersten Teil der Katze angekommen - dem Schwanz, der aus
ca. 21 - 22 Wirbeln besteht und deshalb sehr biegsam und beweglich ist (siehe letztes
Bild). Er hat die Funktion, das Gleichgewicht während des Sturzes zu halten; er
unterstützt auch die schnelle Richtungsänderung bei der Jagd. Doch wird der
Schwanz auch als Kommunikationsmittel benutzt. So dient er ebenfalls als Indikator
für die Gemütslage des Tieres. Wird der Schwanz aufrecht gehalten, so ist das
Tier freundlich gesinnt. Gewissermaßen drückt diese Haltung eine Art Begrüßung aus.
Vollzieht er jedoch eine seitliche, vielleicht sogar peitschende Bewegung, ist es wohl
besser, diesen Kameraden zu meiden.
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